Der SV Blau-Weiß Zorbau hat das Derby in der Verbandsliga gegen den SSC Weißenfels souverän mit 4:2 (1:1) gewonnen. “Ja, absolut souverän. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Auch weil wir so gut wie nichts an gegnerischen Torchancen zugelassen haben”, freute sich Trainer Maik Kunze nach dem Spiel. Wesentlich unerfreulicher waren die Ereignisse am Rande. Denn aus dem gut gefüllten Gästeblock gab es immer mal wieder das Abbrennen von Feuerwerkskörpern oder, wie sogar schon vor dem Spiel, Pyrotechnik. Negativer Höhepunkt war ein sehr lauter Knaller, der den Drittliga-erfahrenen Schiedsrichter Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg) regelrecht dazu zwang, das Spiel für rund zehn Minuten zu unterbrechen.

 

Doch kaum waren die Spieler wieder auf dem Feld randalierten einige Weißenfelser “Fans” in der Stadiongaststätte und verpassten unter anderem dem schlichten wollenden Blau-Weiß-Präsident Dietmar Neuhaus einen Schlag ins Gesicht. Zur Halbzeit rückte dann die Polizei mit vier Mannschaftsbussen an und erst dadurch kehrte etwas Ruhe ein.

 

Hoch her ging es im sportlichen Sinne aber auch auf dem Feld. Denn die Gäste sorgten lange Zeit für ein ausgeglichenes Spiel. Zorbau ging zwar nach 28 Minuten verdient durch Khemgin Solivani mit 1:0 in Führung, nachdem er den Ex-Kollegen Tobias Grün im Gästetor mit einem tollen Heber aus spitzen Winkel ins lange Eck überwand. Doch der SSC konnte nur wenig später in der 34. Minute ausgleichen. Wenn auch sehr glücklich, denn Nils Thurm misslang eine Rückgabe an seinen Torhüter Dominic Heine so dermaßen, dass der Ball an den ins Straucheln kommenden Keeper ins Tor trudelte. Und auch die erste Chance für die Gäste resultierte aus einem Geschenk als Heine einen Abschlag direkt in die Füße von Carlo Purrucker gab, dessen Schuss dann aber souverän parieren konnte.

 

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel und so auch unmittelbar nach seiner Einwechslung brachte Arno Dwars mit einem tollen Fernschuss in die rechte Ecke den Gastgeber wieder auf die richtige Bahn – 2:1. Das sorgte für ein offeneres und offensiveres Spiel von beiden Seiten. So hatte Purrucker mehrfach die Chance zum Ausgleich. Auf der Gegenseite hätte John Winkler aber auch schon nach einer Stunde Spielzeit für eine Vorentscheidung sorgen können. Als dann kurz darauf Isaque Diaz (SSC) seine zweite gelbe Karte sah, sah es endgültig nach einem Zorbauer Heimsieg aus. Doch keine fünf Minuten später erzielte Nicolai Goll mit einem schönen Kopfball den 2:2-Ausgleich (69.).

 

Damit hatte Weißenfels allerdings sein Pulver auch schon verschossen. Denn die Schlussphase gehörte Blau-Weiß Zorbau. Besser gesagt John Winkler. Zunächst überraschte er Grün mit einem direkten Freistoß zum 3:2 (79.) und keine 60 Sekunden später legte er genial für Simon Kügler auf, der keine Mühe hatte, zum 4:2 einzuschieben. “Heute war es John, der das Spiel letztendlich entschieden hat, im nächsten wird es vielleicht ein anderer sein”, meinte Kunze zu der Leistung seiner Nummer 10.

 

Bemerkenswert war für den Trainer, “dass wir das Spiel so souverän gestalten konnten, obwohl uns vier wichtige Spieler gefehlt haben und weitere vier so angeschlagen waren, dass sie eigentlich gar nicht hätten spielen dürfen.” Dennoch sei seine Mannschaft noch nicht da, wo man sein wolle, es gelte weiter hart zu arbeiten. Im Training und natürlich im Spiel. Schon am kommenden Sonntag, 10. November, hat Blau-Weiß Zorbau ab 14 Uhr gegen den Tabellenvorletzten Edelweiß Arnstedt die nächste Gelegenheit dazu.

 

Zorbau: Heine – Thurm, Andreas und Falko Löser, Solivani, Sascha Rode (45. Eiteljörge), Winkler, Baudisch (45. Dwars), Hartmann, Kügler (87. Pellmann), Konik

Aktueller Spieltag und Tabelle