SV Blau-Weiß Zorbau

SV Blau-Weiß Zorbau - Dessau 05 2:2 (0:1)

von Mike Schütz erstellt am 14.05.2017

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Bittner wird zum Trauma

Wie bereits im Hinspiel teilten sich Zorbau und Dessau die Punkte und erneut war es Julian Bittner, der in der Schlussminute den Ausgleich für Dessau erzielte. Damit kostete der 21-jährige Stürmer den Zorbauern schon vier Punkte in dieser Saison und entwickelt sich langsam aber sicher zum Trauma.
Die knapp 100 Zuschauer erlebten ein Spiel, welches so abwechslungsreich wie das Wetter war. Schiedsrichter Christian Wesemann, der bereits das Hinspiel in Dessau leitete und damals sechs Minuten nachspielen ließ, hatte auch diesmal ein Uhrenproblem und begann die Partie fast fünf Minuten zeitiger. Vielleicht wollte er auch genau mit dem Einsetzen des  Regens beginnen, oder vor dem drohenden Gewitter ein paar Minuten gut machen.

Im Nachgang stellte sich das als sehr weitsichtig heraus, denn schon nach fünfzehn Minuten war Schluss auf dem Spielfeld und das Gewitter gefühlt genau darüber. Als sich Blitz und Donner verzogen hatten, ging es genau fünfzehn Minuten später weiter, allerdings weitaus unspektakulärer als es die Gewitterfront war. Beide Teams scheuten jegliches Risiko und hatten kaum nennenswerte Tormöglichkeiten. Die erste richtig schöne Aktion führte dann nach knapp einer halben Stunde zur Gästeführung. Schulz hatte sich die Kugel erobert, Bittner flankte auf Schumacher, der das Kopfballduell im Zorbauer Strafraum gewinnt und Martin Sitte schiebt die Kugel über die Linie. Kurz darauf hat Alexander Palme in zentraler Freistoßposition die beste Möglichkeit zum Ausgleich, sein Schuss landet aber genau in den Armen von Dessau`s Keeper Marius Kansy. Inzwischen hatte sich der Regen etwas beruhigt, die Uhr ging bereits auf sechzehn Uhr zu, als dann Halbzeit war.
Nach der Pause wurde der Regen wieder stärker, aber das Spiel auch flotter. Zorbau merkte man den Willen an, hier noch etwas reißen zu wollen. Die bessere Möglichkeit besaßen aber zunächst die Gäste durch Römling, der sich mit einem einfachen Wackler ebenso billig, wie wirkungsvoll in eine freie Schussposition brachte. Dann aber das erste echte Lebenszeichen der Hausherren, als Alexander Palme in eine Lutherflanke rutscht, das Leder dabei aber über den Dessauer Kasten jagt. Fünf Minuten später wurde dann das zunehmende Bemühen der Hausherren mit dem Ausgleich belohnt. Christopher Luther beweist, dass er in der Hüfte mindestens ebenso beweglich ist wie Römling, kurze Drehung nach schönem Anspiel von Lerchl und sein Schuss sitzt. Es dauert nur vier Minuten, bis die Blau-Weißen die Partie völlig gedreht hatten. Wieder war Lerchl direkt an der Entstehung beteiligt, seine Flanke nutzte Torjäger Palme per Kopf zu seinem siebzehnten Saisontor und der damit verbundenen 2:1-Führung seiner Mannschaft. Diese war zu diesem Zeitpunkt auch völlig verdient, da sich die Gäste aus dem Schillerpark zu sehr auf Ergebnisverwaltung beschränkt hatten, bzw. auf manchen Zuschauer sogar etwas müde wirkten. Das sollte sich jedoch als trügerisch herausstellen, denn fortan wurde mit offenem Visier gekämpft und Dessau wollte im dritten Spiel unter der Leitung von Thomas Schmidt weiter ungeschlagen bleiben. Nico Wasewitz, der seinen Vertrag in Zorbau gerade um eine weitere Saison verlängert hat, zeigte in der Folgezeit, was sein Team an ihm hat und verhinderte in zwei heiklen Szenen den Ausgleich. Als er doch einmal geschlagen schien, rettete Nejervan Solivani für ihn vor der Linie, so dass es bis zur 90.Minute, nach der ersten Niederlage für Schmidt aussah. Die Anzeige der Nachspielzeit scheint bei Bittner in den Spielen gegen Zorbau der Fingerzeig zu sein, dass jetzt sein Einsatz, bzw. Tor dran ist. Schwierig war es wirklich nicht, denn die Flanke war maßgeschneidert über alle Zorbauer Abwehrköpfe weg und genau in den Lauf von Bittner, der die Kugel eiskalt ins lange Eck versenkte. Auch die Köpfe der Zorbauer Spieler senkten sich, Kopfschütteln dagegen beim Zorbauer Trainergespann, weshalb man solch eine Flanke überhaupt zugelassen hat. Schiedsrichter Wesemann pfiff diesmal ohne erwähnenswerte Nachspielzeit ab und hatte durch den frühen Spielbeginn und kürzer Pause die Gewitterunterbrechung fast wieder „aufgeholt“. Beide Seiten konnten mit der zweiten Punkteteilung gut leben, werden diese trotzdem als besondere Begebenheiten in ihren Chroniken aufnehmen, die 05`er aber mit der angenehmeren Erinnerung. Julian Bittner kann sich hingegen schon einmal darauf einrichten, dass man ihn in der nächsten Spielzeit spätestens ab der 90.Minute unter ganz besondere Bewachung stellt.

 

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